Ein Tigerleben
Vorwort Über ein grundsätzliches Verhalten bei Tigern zu schreiben, ist immer schwierig. Viele Forscher wollen sich ein Problem nicht eingestehen: Sobald sie ein Verhaltensfragment festgestellt und pauschaliert haben, wird mindestens ein Tiger kommen und diese Feststellung widerlegen. Gerade diese Eigenwilligkeit macht den Tiger so interessant. nach oben Das typische Verhalten
Wohlbehütet durch den Park zeigten sie sich nun auch tagsüber. Des Weiteren leben Tiger streng territorial und sind, wenn es um Landbesitz geht, unerbittlich. Sie markieren die Grenzen mit Urin, um Kämpfe zu vermeiden. Auch schärfen sie ihre Krallen an Bäumen und hinterlassen dadurch ebenfalls Duftspuren. Nur wenn ein Tiger alt oder verletzt ist, kann es passieren, dass er von einem stärkeren Tier vertrieben wird. Diese Kämpfe können bis aufs Blut gehen. Friedlich zusammen leben eigentlich nur Tigerinnen mit ihrem Nachwuchs oder Paare waehrend der Paarungszeit. Man kann jedoch manchmal männliche Tiger beobachten, die ihren Nachwuchs bei der Mutter "besuchen". Ist der Nachwuchs aber nicht von ihm, tötet er manchmal die Kleinen, um seine eigenen Gene zu verbreiten, denn die Tigerin wird kurze Zeit nach dem Verlust ihrer Jungen wieder rollig. Man könnte sagen, der Tiger ist "faul". Sein normaler Tagesablauf beinhaltet 16-18 Stunden Schlaf. Den Rest des Tages jagt er oder verteidigt sein Revier. nach oben Die Lebensräume
Man nimmt an, dass die Tiger ihren Ursprung in Sibirien haben. Das äußert sich in der Vorliebe der Großkatzen für das nasse Element. Tiger schwimmen für ihr Leben gern; in den Tropen ist dies auch unerlässlich für die Abkühlung. Sogar Paarungen finden ab und zu im Wasser statt. In Indien berichtet Valmik Thapar, ein großartiger Author von Tigerbüchern, von einem Männchen, dass sogar Axishirsche vom Ufer aus im Wasser jagte. Der Tiger hat es sogar bis auf die indonesischen Inseln geschafft. Drei Vertreter kennt man: Den Sumatra-Tiger (Panthera tigris sumatrae), den Bali-Tiger (Panthera tigris balica) und den Java-Tiger (Panthera tigris sondaica). Die letzteren beiden sind ausgestorben, und vom Sumatra-Tiger existieren noch 200-250 Exemplare. nach oben Jagd und Nahrung Die Nahrungspallette reicht beim Tiger von kleinen Nagetieren bishin zum Gaur, das das dreifache Gewicht des Tiger aufweisen kann. Er jagt jede Art von Hirschen, wilden Ziegen und kleinen Affen. Alle Beutetiere aufzuzählen würde die Homepage sprengen. Als Nahrungskonkurenten kann man hier hauptsächlich, je nach klimatischer Zone, Leoparden, Schneeleoparden und ein paar indische Löwen aufzählen. Tiger schleichen sich bei der Jagd bis auf einige Meter an ihre Beute in geduckter Haltung und mit lautlosen Bewegungen heran. Meistens versuchen sie die Beute von hinten aus der Deckung zu überaschen. Im für ihn geeignetsten Augenblick prescht der Tiger auf sein Opfer zu, um es zu Boden zu reissen. Meistens tötet er größere Beute mit einem Biss ins Maul, um sie so zu ersticken. Bei Kleinerer hingegen versucht er sie durch einen Biss in die Kehle zu töten oder ihr das Genick zu brechen. Dann zerrt der Tiger sein Opfer meist in Wassernähe, um ein Teil zu fressen und etwas zu trinken. Manchmal ruht er sich auch aus, bevor er sich über die Beute hermacht. Was er nicht frisst, zerrt er in ein Versteck, um es später zu verzehren. Tiger sind nicht immer erfolgreiche Jäger: Nur einer von zehn Angriffen ist erfolgreich. Verpasst er sein Opfer laeuft er noch 50 bis hundert Meter hinterher, bis er enttäscht aufgibt. nach oben Fortpflanzung
Im Alter von fünf bis sechs Monaten gehen die Tiger das erste Mal mit ihrer Mutter auf die Jagd. Sie fängt die Beute und lehrt ihnen das Töten. Kleine Tiger können instinktiv schwimmen, jedoch zeigt sie ihnen auch wie man Flüsse und Strömungen durchschwimmt. Nach einem Jahr können die Jungen bereits selbst auf die Jagd gehen und mit zwei Jahren erlegen sie große Beute. Männchen verlassen mit drei, Weibchen mit fünf Jahren ihre Mutter, um sich eigene Reviere zu suchen und um sich fortzupflanzen. nach oben Der Lebenslauf im Überblick Tiger werden mit knapp drei Jahren geschlechtsreif und verlassen mit drei bis fünf Jahren ihre Mutter. Mit sechs Jahren erreichen sie die volle Körperreife. Im Alter von 15-20 Jahren endet normalerweise das Tigerleben. nach oben
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